Bei der Peskő-Höhle (Bild: Autorin)

Diesmal gehen wir ein Bisschen ins Gestrüpp, denn es führt nur ein nicht allzu oft begangener Pfad zur Peskő-Höhle. Um die Höhle sicher zu finden, lade dir den Track aufs Handy!

Unsere Tour startet an der Bahnstation von Tatabánya, wo auch ein Parkplatz vorhanden ist, aber ganz Faule können sich den Aufstieg zum Turul auch sparen und das Auto oben, beim „Tor zum Gerecse-Gebirge“ abstellen. Mit dem ÖV ist es etwas schwieriger, denn die Buslinie 70 fährt nur am Wochenende, und auch dann nur, wenn zuvor Bedarf angelemdet wurde. Aber die 200 Höhenmeter auf dem rot gekennzeichneten Wanderweg zum Turul sind ganz gut zum Aufwärmen. Kurz vor dem Turul können wir einen Abstecher nach links machen und die Selim-Höhle anschauen, die den Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes Bánhida (das heute Teil der Stadt Tatabánya ist) und anderer umliegender Dörfer als Zufluchtsort gedient haben soll. Jedenfalls wurde sie rege genutzt, und da Menschen seit Langem meist nicht allen Abfall und „Sperrmüll“ mitnehmen, auch eine archäologische Fundstätte mit Artefakten (u.A. Geräte, Feuerstellen) bis hin zur jüngeren Altsteinzeit.

Der die Stadt dominierende Turulvogel ist mit gut 100 Jahren etwas jünger. Er soll mit einer Flügelspannweite von 15 Metern eine der grössten europäischen Vogelstatuen aus Metall sein. Aufgestellt wurde er 1907 zum tausendjährigen Jubiläum der Schlacht von Bánhida, in der laut dem Chronisten Anonymus (um 1200) der ungarische Landnahmeführer Árpád im Jahr 907 den Mährenkönig Svatopluk vernichtend geschlagen und damit die Landnahme besiegelt haben soll (Svatopluk war 907 schon tot, im Juli 907 fand hingegen die Schlacht von Pressburg statt, die wohl nicht nur eine war sondern aus einer Reihe kriegerischer Handlungen bestand, in denen die Ungarn die Heere des Markgrafen Luitpold und des Salzburger Erzbischofs Theotmar/Dietmar I. besiegten).

Wir lassen uns aber von geschichtswissenschaftlichen Detailfragen nicht ablenken und laufen los: zuerst weiter auf dem roten, dann weiter auf dem roten+-Weg, bis wir bei Km 4 auf den gelb markierten Weg treffen. Diesem folgen wir nach rechts und wechseln nach weiteren 2 Km auf den blauen Weg (der ein Tel des „országos kék“ ist, also des blauen Fernwanderwegs von Geschriebenenstein nach Hollóháza).

Jetzt wird es etwas spannender, denn wir dürfen die Abzweigung nach links hinauf nicht verpassen, wenn wir die Peskő-Höhle nicht von unten betrachten möchten. Der Weg ist zwar schön breit, aber nicht gekennzeichnet, deshalb verlassen wir uns für eine Weile (bis wir wieder zurück ins Tal gelangen) auf die Technik, sonst finden wir den Eingang zur Höhle nicht (als ich das erste Mal hier war, sind wir zuerst am falschen Ort rumgekraxelt, obwohl der Organisator in der Nähe lebt). Bei der Baumgruppe auf dem Bild links klettern wir ein paar Meter nach unten und treffen rechts auf ein Sims, das uns zum Höhleneingang führt. Keine Angst, es ist nicht so exponiert, wie’s aussieht.

Tarján-Bach (Bild: Autorin)

Die Höhle selbst ist nichts allzu Besonderes, aber die Kante davor ist ein angenehm geschützter Rastplatz und bestens geeignet für ein herbstliches Sonnenbad. Ausserdem bietet diese Stelle eine schöne Aussicht auf das Gerecse-Gebirge, das vorwiegend aus verschiedenen Kalksteinen besteht (mit etwas Dolomit). Daher gibt es mehrere historische und neuzeitliche Steinbrüche.

Unser Rückweg führt uns über weitere nicht gekennzeichnete, aber gut begehbare Waldwege Richtung Westen ins entgegengesetzte Tal, wo wir auf den Mühlebach und den mit einem gelben (bzw. in Richtung Vértestolna blauen) Punkt gekennzeichneten Wanderweg treffen. Hier erwarten uns Tisch und Bank, und eine Quelle, die manchmal auch Wasser führt.

Hier gehen wir neben dem Feld in linker Richtung weiter. Beim Tor machen wir einen ganz kurzen Abstecher (ca. 80 m) nach links zum Teich, der einfach nur schön anzuschauen ist.

Von hier führt uns der gelbe Punkt zum gelben Streifen (bei der Verzweigung können wir statt des linken, gekennzeichneten Arms den rechten nehmen, der nach etwa 500 m auf den Wanderweg trifft). Über den gelben Streifen gelangen wir zum roten+, das uns zurück zum Turul und hinunter zum Bahnhof von Tatabánya führt.

Anreise: Tatabánya ist leicht per Bahn (Intercity) oder Auto (Autobahn M1) zu erreichen.
Verpflegung: Selbst mitnehmen.
Ca. 19 km, ca. 560 m Höhenunterschied

Den GPX-Track kannst du hier herunterladen.

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