von Clemens Prinz

Wenn ich mir die Kommentare zu verschiedenen Postings durchschau, die anlässlich des 12. Jahrestags der Ermordung von Róbert Csorba sen. und jun. gestern erschienen sind, seien diese nun von Zeitungen oder Privatpersonen veröffentlicht worden, ergreift mich die stille Verzweiflung. Ich habe seit 31 Jahren ziemlich engen Kontakt zu Ungarland und -leuten, hab also die „Entwicklungen“ seit der Wende hautnah miterlebt. Wenn es denn welche gegeben hätte. Die Stimmung im Land wird von Tag zu Tag düsterer, der Hass wird von Tag zu Tag mehr (das Hauptverdienst von Fidesz und seinem Führer Orbán) – und im Zusammenhang mit den rassistischen Morden wird auch heute immer noch dieselbe alte Leier angestrengt (die in Ungarn ja immer da, aber manchmal lauter, manchmal leiser war), dass es „den Roma ja ganz recht geschehen sei“, dass sie von Nazis ermordet wurden, sollten „sie doch anständig sein“, wenn man schon gedenke, müsse man auch all der „Weißen“ gedenken, die von der „Minderheit“ umgebracht wurden usw. Es ist einfach nicht mehr zu ertragen. Der Abschaum, die Kleingeisterei, eine Weitsicht bis zu den angelaufenen Brillengläsern hat dank Facebook eine sehr laute Stimme bekommen und wir, die wir dagegen auftreten, werden gesperrt und niedergemacht. Ich, der unerschütterliche Realist, sehe tiefschwarz. Und das nicht nur für Ungarn. Aber Ungarn wird das Schwarze Loch sein, um das sich ganz Europa immer schneller drehen wird und das Europa schließlich verschluckt.

Von Redaktion

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