Orbán hat während der „Notlage“ zwischen dem 11. März und dem 17. Juni 16.000 Beatmungsgeräte für die Behandlung der Covid-19-Patienten für einen Gesamtpreis von über 900 Millionen Euro in China bestellt. Somit kostete ein Gerät 56.647 Euro. Selbst auf dem Höhepunkt des Infektionsgeschehens waren in Ungarn keine 100 Covid-19-Patienten gleichzeitig auf Beatmungsgeräte angewiesen. Auf Nachfrage von Presse und Opposition gibt es von Regierungsseite nur die Antworten: „Lüge“ und „So halt“ und „…an Südafrika und Brasilien weiterverkaufen“.

Dräger belieferte die Bundesrepublik für 20.000 €/Stück

Sonderlich dubios ist das für ungarische Verhältnisse nicht, denn in Ungarn gibt es jede Woche einen ähnlichen Fall. Auf das kaum Fassbare wird immer noch einer draufgesetzt.

Bohren wir aber hier mal ein wenig tiefer. Schon beim – kläglichen – Rechtfertigungsversuch, die Geräte könne man ja weiterverkaufen, sollte man stutzig werden. Beatmungsgeräte sind ja kein Spekulationsobjekt wie Öl oder Gold. Ein Weiterverkauf sollte vermutlich selbst im Ungarn des Jahres 2020 unter ökonomischen Gesichtspunkten durchgeführt werden, also Gewinn erbringen.
In diesem Fall steht Orban demnach vor einer Herkulesaufgabe: Einen Käufer zu finden, der noch dümmer ist als er selbst. Die Erklärung mit dem Weiterverkaufen ist, wie so vieles in der ungarischen Regierungskommunikation, eine Nebelkerze.

Der Deal beginnt besonders stark zu stinken, wenn man die angegebenen Zahlen ins Verhältnis zu Zahlen aus anderen Ländern setzt.

Ungarn hat ca. 160 Krankenhäuser, davon war jedes mit Intensivstation auch schon zuvor mit derartigen Geräten ausgestattet. Die im Artikel genannten Covid-Patienten, weniger als 100 gleichzeitig, sind also vermutlich mit Geräten aus dem Bestand versorgt worden.

Deutschland hat ca. 1900 Krankenhäuser, es gab dort 20.000 Beatmungsgeräte, der Bestand wurde von der Bundesregierung um 10.000 Geräte aufgestockt, Lieferant Dräger, Kosten ca. 200 Mio €, macht ca. 20.000 € pro Stück, Listenpreis.

In Slowenien scheint ähnliches wie in Ungarn abgelaufen zu sein, hier steckt die Regierung allerdings schon bei einem Stückpreis von ca. 30.000 € in einer gar nicht kleinen Krise. In Ungarn sprechen wir von ca. 56.000 €, gesamt gut 900 Mio €, dagegen mal 200 Mio € , welche in Deutschland zu diesem Zweck investiert wurden.

Die kriminelle Energie, die in Ungarn freigesetzt wird, sobald sich ein Honigtopf in Reichweite befindet, ist extrem hoch. Man sollte hier also sehr vehement nachfragen. Doch wer wird das tun?

Es gilt zu fragen, …

  • ob jemand, der vertrauenswürdig ist, diese 16.000 Geräte überhaupt mit eigenen Augen gesehen hat?
  • Aus welchem Fonds diese 900 Mio € denn bezahlt wurden?

Sollte aus dem Corona-Hilfsfonds der EU bezahlt worden sein (wir erinnern uns: Orbán kommunizierte in Ungarn, dass die EU Ungarn bei Corona nicht helfe, sondern nur die Chinesen), ist das keine rein ungarische Posse mehr.

Denn China liefert, wenn die Marie stimmt, wie wohl viele anderen Länder auch, alles. Auch in Styropor verpackte Ziegelsteine, mit passendem Gewicht, in einem Karton mit der Aufschrift: „Vorsicht, medizinische Ausrüstung, bitte nicht stürzen, trocken lagern, öffnen nur durch Befugte“.

Und der Rest wandert in Orbáns und Mészaros‘ Taschen.

AB

(Quelle : https://www.welt.de/wirtschaft/article206603525/Beatmungsgeraete-Draeger-soll-10-000-Stueck-in-kuerzester-Zeit-bauen.html ) Gastkommentar von Zoltán Kovács in „Die Presse“ vom 3.8.2020. https://www.diepresse.com/5848034/viktor-orban-im-panikmodus?fbclid=IwAR1-4nH3SqBM5vjqShCGyVAoAjqCdU5ydJxVSNBe3gt0YUdjtYWSaSdri0o

Von Redaktion

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