Vor einigen Monaten meinte der ungarische Außenminister Szíjjártó noch, vor Mitte des Jahrzehnts werde der erste ungarische Satellit die Erde umkreisen. Zweifelsohne, um die orbánsche Propaganda bis in den letzten Winkel Europas auszustrahlen. Vielleicht gibt es dann aber auch Senderelais für die faschistischen Freunde im Ausland – Italien, Frankreich, Polen und Österreich. Obwohl Fidesz sich schon seit einigen Jahren eine Zuständige für Raumfahrt als „Sonderbeauftragte“ leistet, scheint die Unkenntnis größer als die Kompetenz. Denn es gibt schon einen ungarischen Satelliten: genauer gesagt vier.

Der Satellit misst nur 5x5x5 cm, verhilft der TU Budapest dennoch zu wichtigen Messergebnissen

Der jüngste startete mit einer Sojus-2 Rakete Ende März aus Baikonur gemeinsam mit 38 weiteren Satelliten aus 18 Ländern in den Weltraum und ist schon in Betrieb. Entwickelt und gebaut wurde er ohne jedwede staatliche Förderung von Technischen Universität Budapest.
SMOG-1 ist ein sogenannter Cubesat mit einer Größe von 5x5x5 Zentimetern. Damit ist er kleiner als ein Rubik-Zauberwürfel, den alle von uns kennen. Dennoch wird der Satellit acht Monate lang die Erde umkreisen, Messungen zum Elektrosmog durchführen und an die TU Budapest übermitteln. Sein Vorgänger, der SMOG-P, war der erste Würfelsatellit überhaupt, der seine Mission erfolgreich erfüllte. Sie bestand darin, eine Elektrosmogkarte der Erde anzufertigen.
Der jetzige Satellit misst nicht nur die elektromagnetische Verschmutzung unseres Lebensraums, sondern auch den Einfluss des Sonnenwindes auf die Elektronik des Minisatelliten und führt weiters ein spezielles magnetisches Material mit sich, das ihn nach einer bestimmten Zeit in die Atmosphäre eintreten und verglühen lässt, um den Weltraumschrott nicht weiter zu vermehren.

Von Redaktion

2 Gedanken zu „Kubisch, praktisch, gut“

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