Praktischerweise kann die Bubi-App auch deutsch (da es sich um ein Produkt der deutschen Firma Nextbike handelt), es spricht also nichts dagegen, sich auch ohne Ungarischkenntnisse in Budapest aufs Leihrad zu schwingen. Da die AGBs aber nicht ins Deutsche übersetzt wurden, hier das Wichtigste zur Nutzung (Stand August September 2021, und natürlich ohne Gewähr).

Eigentlich ist Bubi nichts Neues, allerdings waren die alten Räder eher zickige, übergewichtige Maultiere als flinke Drahtesel, und die Gebühren waren auch nicht wirklich ansprechend. Das hat sich inzwischen geändert: die neuen Räder sind wendiger, wenn auch weder Rennvelos noch Mountainbikes. Für kürzere Strecken innerhalb von Pest und den „unteren“, weniger steilen Bereichen von Buda reichen die drei Gänge aber aus. Die Räder haben eine automatische Beleuchtung, eine Glocke (der graue Ring beim linken Griff), einen Korb für die Handtasche und eine Handyhalterung, die brauchbarer und vertrauenswürdiger ist, als sie aussieht. Die Gebühr beläuft sich auf sehr nutzerfreundliche 500 Forint – also etwa 1,50 Euro – pro Monat (oder 5000 Forint/Jahr). Für diesen Betrag kann man die Räder für eine unbeschränkte Anzahl von höchstens 30-minütigen Fahrten ausleihen. Danach werden dem Konto 20 Forint pro Minute belastet – Pfennigfuchser geben das Rad an einer Station ab und leihen sich sogleich das nächste.

Die Nutzung ist denkbar einfach: App herunterladen, registrieren und ein Monats- oder Jahresticket lösen (beim Abokauf darauf achten, ob das Abo nach Ablauf jeweils automatisch verlängert werden soll!). Es ist auch möglich, die Räder ohne Abo, also auf Minutenbasis zu nutzen, aber nach 25 Minuten Nutzung kommt das Abo billiger. Mit einem Abo können bis zu vier Räder gleichzeitig ausgeliehen werden, aber in diesem Fall wird nur eines übers Abo abgerechnet, während die Nutzung der zusätzlichen Räder auf Minutenbasis zu bezahlen ist. Ab dem 15. September 2021 können zwei Räder gleichzeitig gemietet werden, wobei bei beiden die ersten 30 Minuten im Abo enthalten sind.
Danach kann’s losgehen. Die Räder können nur an Dockstationen ausgeliehen und abgegeben werden, die Fahrt darf aber unterbrochen werden (dazu beim Abstellen auf der App die entsprechende Funktion wählen und das Rad abschliessen). Zum Ausleihen einfach die App starten und den QR-Code auf dem hinteren Schutzblech einlesen, wodurch sich das elektronische Schloss am Hinterrad öffnet. Die Rückgabe funktioniert genauso: das Rad andocken und das elektronische Schloss manuell schliessen. Die App quittiert die Rückgabe mit einen Piepsen. Achtung: wenn das Rad nicht an einer Station zurückgegeben wird, fallen Kosten für den Rücktransport an! Tipp: Wenn sich das Schloss nicht öffnet oder nicht schliessen lässt, ist oft einfach eine Speiche im Weg. Daher reicht es meist, das Hinterrad ein bisschen zu bewegen und es nochmals zu versuchen. Falls etwas defekt ist, kann dies über die App durch Anklicken (also auch ohne Ungarischkenntnisse) gemeldet werden. Ein Problem gibt’s aber: es gibt noch zu wenig Räder. Deshalb ist es sinnvoll, auf der App nachzuschauen, ob an der nächsten Dockstelle auch ein ausleihbares Rad da ist.

Budapest war bisher nicht gerade für Fahrradfreundlichkeit bekannt. Die Stadt hat sich aber in den letzten Jahren diesbezüglich sehr zu ihrem Vorteil verändert, und während der Coronapandemie haben sich sehr viele nicht einfach vom ÖV ins Auto gesetzt, sondern aufs Rad geschwungen. Manche, entsprechend gekennzeichnete Einbahnstrassen dürfen in Gegenrichtung befahren werden. Auch viele Autofahrer sind inzwischen zumindest in der Freizeit mit dem Rad unterwegs und passen besser auf andere Verkehrsbeteiligte auf. Es ist allerdings gesundheitsfördernd, auf den Strassenbelag zu achten, dessen Qualität sowohl auf Radwegen als auch am rechten Rand der Fahrbahn oft zu wünschen übrig lässt.

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